Navigation mittels Accesskeys:

Of(f)en für herzhafte Integration - das Schaschlikmobil

Projektträger:                    Grümel gGmbH

Förderprogramm             Budget für Ausbildungsvorbereitung

Durchführungszeitraum:    01.10.2010 – 30.09.2011

Die etwas andere Art der Berufsvorbereitung
Die Firma Grümel gGmbH ist seit vielen Jahren im Fuldaer Stadtteil Aschenberg mit unterschiedlichen Angeboten present. In den letzten 4 Jahren machten wir Angebote in der sog. "Jugendwerkstatt". Dabei handelte es sich um um ein Projekt zur Berufsvorbereitung von Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen. Der Stadtteil ist ein bevorzugtes Zuzugsgebiet für Russlanddeutsche und GUS Aussiedler.

grümel1 - fließtext
74% der Personen, die hier leben haben einen Migrationshintergrund. Die mangelnde Sicherheit und hohe Kriminalität, die die Gesellschaft von außen wahrnimmt, wird in Zusammenhang mit jungen Migranten vom Aschenbergplateau gebracht und gelten als Ursache für die unsicheren Verhältnisse im Stadtteil. Vermittlung in Ausbildung und/oder Arbeit gestaltete sich wegen der vielfältigen Vermittlungshemmnisse (Schulabbrecher, Suchtabhängigkeit, Kriminalität) als wenig Erfolg versprechend. Die jungen Menschen erkannten ihre Beeinträchtigungen (Sprachschwierigkeiten, z. Teil Lernbehinderung), waren aber durch die überwiegend russische Bevölkerung im Stadtteil "geschützt" und dadurch nicht im Zugzwang den "Berg" zu verlassen oder sich auf die einheimische Bevölkerung einzulassen. Sie isolierten sich zunehmend und bildeten Peergruppen, von denen sie immer abhängiger wurden.



Unser Ziel
Während der Arbeit mit den jungen Migranten konnten wir immer wieder feststellen, dass Einige von Ihnen viel Talent für gewisse, vor allem praktische Aufgaben hatten, die sie aber nicht in einer Leiharbeitsfirma zum Einsatz bringen konnten und wollten. So entstand mehr und mehr die Idee diesen jungen Menschen einen Weg aufzuzeigen, wie sie ihre Kompetenzen sinnvoll und nützlich für ihre Zukunft einsetzen könnten. Und da alle immer gerne feierten, kochten und "Schaschlik" machten, entstand die Projektidee.


grümel3 - fließtext
Die Vorgehensweise
Zunächst einmal schien die Idee bei den jungen Migranten gut anzukommen. Gemeinsam mit der IHK wurde die "normale" Vorgehensweise zu einer Existenzgründung besprochen und die Anleiter besuchten ein Seminar.Das Projekt wurde mit Flyern im Stadtteil beworben und anfänglich gab es auch viele Interessensbekundungen. Beim ersten Informationsabend wurde die Idee vorgestellt und eine grobe Skizze der notwendigen Schritte aufgezeigt und besprochen. Die ersten beiden Arbeitstreffen waren noch relativ gut besucht (17 TeilnehmerInnen), doch schon bei der Frage ob die TeilnehmerInnen überhaupt ein Unternehmertyp seien und beim Erarbeiten des Finanzierungs- und des Businessplanes wurden vielen klar, dass eine Existenzgründung sehr schwierig sein muss und die Scheu und Unlust über diese theoretische Arbeit, die man kaum verstehen konnte, wuchs.

Also überarbeiteten wir unsere Herangehensweise, indem wir mehr praktische Anteile an der Existenzgründung in den Vordergrund stellten. Wir begannen damit zunächst einmal unseren "Menüplan" für das Schaschlikmobil zusammen zu stellen. Während der gemeinsam verbrachten Zeit lernten wir uns alle besser kennen und mussten die Anleiter am Anfang noch an die Arbeitstreffen erinnern und das meiste der Organisation planen und vorbereiten, so wurde langsam die Motivation der TeilnehmerInnen stärker und sie setzen sich mittlerweile mit dem Projekt auseinander. Erforderliche Workshops, Belehrungen, Kalkulationen haben ihren Schrecken verloren. Probeverkostung mit geladenen einheimischen Gästen bestätigten die TeilnehmerInnen in ihrem Vorhaben und die Auseinandersetzung mit einer erfolgreichen Existenzgründung wird zum erklärten Ziel.


 
grümel2 - fließtext
Wer ist noch beteiligt?
Eine am Aschenberg etablierte Migrantenselbstorganisation mit Namen "Harmonie e.V. (Internationaler Kultur- und Bildungsverein für Kinder, Jugendliche und Familien)  ist am Projekt "Schaschlikmobil" beteiligt. Die Vereinsmitglieder sind sozial im Stadtteil aktiv, bewerben das Projekt und nehmen auch aktiv an der Entwicklung teil. Im Rahmen der Nachhaltigkeit soll "Harmonie" zukünftig als Multiplikator die Beratung für Interessenten an einer  Existenzgründung übernehmen.

Welche Erfolge wurden schon erzielt?
Mittlerweile hat sich das Projekt am Aschenberg etabliert. Viele Anwohner erkundigen sich nach dem Fortschritt und versichern uns, dass sie bei unserem 1. offiziellen Verkauf unsere Kochkünste ausprobieren werden.