74% der Personen, die hier leben haben einen Migrationshintergrund. Die mangelnde Sicherheit und hohe Kriminalität, die die Gesellschaft von außen wahrnimmt, wird in Zusammenhang mit jungen Migranten vom Aschenbergplateau gebracht und gelten als Ursache für die unsicheren Verhältnisse im Stadtteil. Vermittlung in Ausbildung und/oder Arbeit gestaltete sich wegen der vielfältigen Vermittlungshemmnisse (Schulabbrecher, Suchtabhängigkeit, Kriminalität) als wenig Erfolg versprechend. Die jungen Menschen erkannten ihre Beeinträchtigungen (Sprachschwierigkeiten, z. Teil Lernbehinderung), waren aber durch die überwiegend russische Bevölkerung im Stadtteil "geschützt" und dadurch nicht im Zugzwang den "Berg" zu verlassen oder sich auf die einheimische Bevölkerung einzulassen. Sie isolierten sich zunehmend und bildeten Peergruppen, von denen sie immer abhängiger wurden.
Unser Ziel
Während der Arbeit mit den jungen Migranten konnten wir immer wieder feststellen, dass Einige von Ihnen viel Talent für gewisse, vor allem praktische Aufgaben hatten, die sie aber nicht in einer Leiharbeitsfirma zum Einsatz bringen konnten und wollten. So entstand mehr und mehr die Idee diesen jungen Menschen einen Weg aufzuzeigen, wie sie ihre Kompetenzen sinnvoll und nützlich für ihre Zukunft einsetzen könnten. Und da alle immer gerne feierten, kochten und "Schaschlik" machten, entstand die Projektidee.
Die Vorgehensweise
Zunächst einmal schien die Idee bei den jungen Migranten gut anzukommen. Gemeinsam mit der IHK wurde die "normale" Vorgehensweise zu einer Existenzgründung besprochen und die Anleiter besuchten ein Seminar.Das Projekt wurde mit Flyern im Stadtteil beworben und anfänglich gab es auch viele Interessensbekundungen. Beim ersten Informationsabend wurde die Idee vorgestellt und eine grobe Skizze der notwendigen Schritte aufgezeigt und besprochen. Die ersten beiden Arbeitstreffen waren noch relativ gut besucht (17 TeilnehmerInnen), doch schon bei der Frage ob die TeilnehmerInnen überhaupt ein Unternehmertyp seien und beim Erarbeiten des Finanzierungs- und des Businessplanes wurden vielen klar, dass eine Existenzgründung sehr schwierig sein muss und die Scheu und Unlust über diese theoretische Arbeit, die man kaum verstehen konnte, wuchs. Also überarbeiteten wir unsere Herangehensweise, indem wir mehr praktische Anteile an der Existenzgründung in den Vordergrund stellten. Wir begannen damit zunächst einmal unseren "Menüplan" für das Schaschlikmobil zusammen zu stellen. Während der gemeinsam verbrachten Zeit lernten wir uns alle besser kennen und mussten die Anleiter am Anfang noch an die Arbeitstreffen erinnern und das meiste der Organisation planen und vorbereiten, so wurde langsam die Motivation der TeilnehmerInnen stärker und sie setzen sich mittlerweile mit dem Projekt auseinander. Erforderliche Workshops, Belehrungen, Kalkulationen haben ihren Schrecken verloren. Probeverkostung mit geladenen einheimischen Gästen bestätigten die TeilnehmerInnen in ihrem Vorhaben und die Auseinandersetzung mit einer erfolgreichen Existenzgründung wird zum erklärten Ziel.