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INTEGRA

Projektträger:                    Caritasverbad Frankfurt e.V.

Förderprogramm:              Perspektive II

Durchführungszeitraum:    01.08.2008 - 31.12.2010

 

Kurzbeschreibung  

Gesundheitliche Probleme, mangelnde Qualifikation und Migrationshintergrund, aber auch schwere Lebenskrisen, psychische Krankheiten und Suchtkrankheiten – all diese Faktoren können die Leistungsfähigkeit von Menschen erheblich einschränken. Die Folge ist mitunter ein Teufelskreis aus sinkendem Selbstwertgefühl, Wohnungsverlust, Schulden, Langzeitarbeitlsogkeit und sozialer Ausgrenzung. Um derart Betroffene aus der Isolation zu holen, haben die Beschäftigungsbetriebe cariteam im Caritasverband Frankfurt e.V. mit dem mehrstufigen niedrigschwelligen Projekt INTEGRA eine Kombination von Arbeits- und persönlichen Hilfen entwickelt: Die Teilnehmer werden behutsam an einen arbeitsmarktähnlichen Kontext herangeführt und gleichzeitig durch passgenaue Angebote zur Alltagsorganisation und zur Gesundheitsförderung unterstützt.

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Hintergrundbericht 

INTEGRA ist für die Altersgruppe der über 25 bis 58 Jährigen konzipiert, etwa 30 Prozent der Teilnehmenden sind Frauen. Auch um einem vorzeitigen Abbruch vorzubeugen, wird jede Maßnahme individuell zugeschnitten. Nach einem Zugangsgespräch und einem Gesundheitscheck arbeiten sich die Teilnehmenden – je nach ihren fachlichen, sozialen, gesundheitlichen und intellektuellen Kompetenzen – in einen der drei INTEGRA-Trainingsbetriebe ein: Im Betrieb „Dienste aller Art“ erledigen handwerklich Begabte und ausreichend Gesunde haushaltsnahe Dienstleistungen wie Kleintransporte, Entrümpelungen und einfache Renovierungen für bedürftige Mitbürger oder soziale Einrichtungen. Im „Lettershop“ realisieren körperlich gering belastbare Menschen Spenden-Mailings, Kopieraufträge oder Falz- und Kuvertierjobs. In der „Textilwerkstatt“ schließlich verarbeiten Personen mit physischen oder psychischen Erkrankungen und nochmals reduzierter Belastbarkeit gespendete Weißwäsche zu Putzlappen und Einkaufsbeuteln weiter. Auch Nadelkissen, Topflappen oder kreativ gestalte Umhängebeutel werden hier produziert, Abnehmer sind zwei Sozialkaufhäuser des Caritasverbands.  

Die ersten zwei Monate stellen für alle Teilnehmenden eine Orientierungsphase dar: Hier zeigt sich, welches Arbeitsfeld für sie am geeignetsten ist und ob Potenzial für eine längerfristige Maßnahme besteht. In der zweiten Phase (bis zu 16 Monate) erfolgt die intensive Beschäftigungs- und Förderarbeit. In der dritten und letzten Phase absolvieren die Teilnehmenden Praktika außerhalb von cariteam. Die intensive Förderarbeit besteht aus den parallel erfolgenden Hilfsangeboten geschulter Fachkräfte aus Beratungsstellen im Caritasverband: Schwerpunkte sind die Schuldenregulierung, der Umgang mit Suchterkrankungen und – weil viele der Betroffenen seit Jahren keine regelmäßige ärztliche oder zahnärztliche Betreuung mehr in Anspruch genommen haben – die Gesundheitsförderung. Bei cariteam lernen sie, ihre individuellen Grenzen und Stärken zu erkennen und nach Beendigung ihrer INTEGRA-Maßnahme bereits begonnene Hilfeprozesse (Schuldenregulierung etc.) aufrechtzuerhalten oder notwendig werdende Hilfen eigeninitiativ zu organisieren.

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Fazit und Ausblick

Ein Mann mit Anpassungsproblemen aus einem Wohnwagenprojekt des Caritasverbands bewohnt heute eine Einzimmerwohnung und erledigt seine Aufträge vorbildlich. Eine Frau mit Angststörung kann wieder allein die Straßenbahn benutzen. Ein hoch verschuldeter Teilnehmer hat unter Anleitung seine Buchhaltung geordnet und befindet sich jetzt in einem ordentlichen Insolvenzverfahren... Das Projekt zeigt: Auch extrem benachteiligte und leistungsschwache Menschen lassen sich stabilisieren und nachhaltig motivieren. Ein paar Zahlen und Fakten:
  • Insgesamt 218 Personen konnten im Berichtszeitraum beschäftigt werden.
  • Die Abbruchquote fiel mit 27 % (81 Personen) relativ niedrig aus.
  • 12 Teilnehmenden gelang der Einzug in eine eigene Wohnung.
  • Die Schuldnerberatung verzeichnet fast 200 Kontakte allein während der offenen Sprechstunden und kann Schuldenregulierungsprozesse einleiten.
Und so, wie Menschen mit physischen und psychischen Erkrankungen durch INTEGRA sicherer im Alltag werden, verbessern auch Menschen mit Migrationshintergrund ihre Deutschkenntnisse teilweise deutlich und können persönliche Angelegenheiten selbstständiger regeln.

Die Teilnehmenden spüren eine Verbesserung ihrer Lebensqualität. Als Gründe nennen sie:
  • die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben,
  • den Kontakt zu anderen Menschen,
  • die Tagesstrukturierung,
  • die sinnstiftende Tätigkeit,
  • die Mobilität
  • den genrellen Erwerb von Qualifikationen und Kompetenzen.
Auch wenn die Teilnehmenden nur selten den Eintritt in den 1. Arbeitsmarkt schaffen, hat sich bei vielen von ihnen der Wunsch nach Teilhabe und einem geregelten Leben verfestigt. Ihre anschließende Einbindung in eine dauerhaft öffentlich geförderte Beschäftigungsmaßnahme wäre deshalb aus ihrer Sicht sinnvoll. Dass betont niedrigschwellige Spezialangebote wie INTEGRA immer wichtiger werden, unterstreichen Berichte aus den Frankfurter Jobcentern: Aktuell rund 650–700 Personen zählen in Frankfurt zur INTEGRA-Zielgruppe, Tendenz steigend. Langfristig wird in Ergänzung zur bestehenden Regelfinanzierung des Jobcenters eine zusätzliche lokale finanzielle Förderung nötig sein.  

Kontakt
           
Heinz Klieber
           
Caritasverband Frankfurt e. V.
           
Franziusstraße 6a
           
60314 Frankfurt am Main
           
Telefon: 069/25 49 27-30
           
heinz.klieber@caritas-frankfurt.de
           
http://www.caritas-frankfurt.de/