Kurzbeschreibung
Gesundheitliche Probleme, mangelnde Qualifikation und Migrationshintergrund, aber auch schwere Lebenskrisen, psychische Krankheiten und Suchtkrankheiten – all diese Faktoren können die Leistungsfähigkeit von Menschen erheblich einschränken. Die Folge ist mitunter ein Teufelskreis aus sinkendem Selbstwertgefühl, Wohnungsverlust, Schulden, Langzeitarbeitlsogkeit und sozialer Ausgrenzung. Um derart Betroffene aus der Isolation zu holen, haben die Beschäftigungsbetriebe cariteam im Caritasverband Frankfurt e.V. mit dem mehrstufigen niedrigschwelligen Projekt INTEGRA eine Kombination von Arbeits- und persönlichen Hilfen entwickelt: Die Teilnehmer werden behutsam an einen arbeitsmarktähnlichen Kontext herangeführt und gleichzeitig durch passgenaue Angebote zur Alltagsorganisation und zur Gesundheitsförderung unterstützt.
Hintergrundbericht
INTEGRA ist für die Altersgruppe der über 25 bis 58 Jährigen konzipiert, etwa 30 Prozent der Teilnehmenden sind Frauen. Auch um einem vorzeitigen Abbruch vorzubeugen, wird jede Maßnahme individuell zugeschnitten. Nach einem Zugangsgespräch und einem Gesundheitscheck arbeiten sich die Teilnehmenden – je nach ihren fachlichen, sozialen, gesundheitlichen und intellektuellen Kompetenzen – in einen der drei INTEGRA-Trainingsbetriebe ein: Im Betrieb „Dienste aller Art“ erledigen handwerklich Begabte und ausreichend Gesunde haushaltsnahe Dienstleistungen wie Kleintransporte, Entrümpelungen und einfache Renovierungen für bedürftige Mitbürger oder soziale Einrichtungen. Im „Lettershop“ realisieren körperlich gering belastbare Menschen Spenden-Mailings, Kopieraufträge oder Falz- und Kuvertierjobs. In der „Textilwerkstatt“ schließlich verarbeiten Personen mit physischen oder psychischen Erkrankungen und nochmals reduzierter Belastbarkeit gespendete Weißwäsche zu Putzlappen und Einkaufsbeuteln weiter. Auch Nadelkissen, Topflappen oder kreativ gestalte Umhängebeutel werden hier produziert, Abnehmer sind zwei Sozialkaufhäuser des Caritasverbands.
Die ersten zwei Monate stellen für alle Teilnehmenden eine Orientierungsphase dar: Hier zeigt sich, welches Arbeitsfeld für sie am geeignetsten ist und ob Potenzial für eine längerfristige Maßnahme besteht. In der zweiten Phase (bis zu 16 Monate) erfolgt die intensive Beschäftigungs- und Förderarbeit. In der dritten und letzten Phase absolvieren die Teilnehmenden Praktika außerhalb von cariteam. Die intensive Förderarbeit besteht aus den parallel erfolgenden Hilfsangeboten geschulter Fachkräfte aus Beratungsstellen im Caritasverband: Schwerpunkte sind die Schuldenregulierung, der Umgang mit Suchterkrankungen und – weil viele der Betroffenen seit Jahren keine regelmäßige ärztliche oder zahnärztliche Betreuung mehr in Anspruch genommen haben – die Gesundheitsförderung. Bei cariteam lernen sie, ihre individuellen Grenzen und Stärken zu erkennen und nach Beendigung ihrer INTEGRA-Maßnahme bereits begonnene Hilfeprozesse (Schuldenregulierung etc.) aufrechtzuerhalten oder notwendig werdende Hilfen eigeninitiativ zu organisieren.